Das Scoring-Modell von www.finanzoo.de - 5.0 out of 5 based on 3 votes

Nicht erst seit den Erfolgen von Warren Buffet mit Investmentmethoden der fundamentalen Aktienanalyse, beschäftigen sich immer mehr institutionelle und private Anleger mit Fragen der analytischen Auswertung von Unternehmensbilanzen. Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts hat Benjamin Graham hierzu eine wissenschaftliche Ausarbeitung in Form seines Buchs Intelligent Investieren (Orginal: The Intelligent Investor) vorgelegt. Im folgenden Artikel wird die Methode der fundamentalen Aktienanalyse beschrieben und ein Ansatz zur Umsetzung über das automatisierte Scoring-Portal www.finanzoo.de aufgezeigt.

 
  

Ebenen der Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse lässt sich grundsätzlich in drei Ebenen einteilen. Zunächst erfolgt eine Globalanalyse anhand makroökonomischer Daten. Hier werden in erster Linie Konjunkturzyklen, Wechselkurse und Zinsentwicklungen betrachtet. Auf der zweiten Ebene wird eine Branchenanalyse durchgeführt. Hierbei finden Daten zu Auftragseingängen, Lagerbeständen und Branchenzyklen Berücksichtigung. Schließlich erfolgt bei der Fundamentalanalyse auf der dritten Stufe eine genaue Unternehmensanalyse. Dazu werden die Bilanzen einzelner Unternehmen exakt analysiert.

Ziel der Fundamentalanalyse ist es dabei, unterbewertete Aktien zu identifizieren und diese anschließend so günstig wie möglich einzukaufen. Somit soll das Risiko einer Investition minimiert, und gleichzeitig möglichst langfristig rentable Investitionen identifiziert werden.

Im Sinne der fundamentalen Aktienanalyse werden hierbei zumeist die folgenden Kennzahlen betrachtet:

Die jeweiligen Bilanzkennzahlen zur Berechnung der einzelnen Faktoren sind in den Unternehmensbilanzen zu finden.

Schwierigkeiten der Auswertung

Die Auswertung der Vielzahl weltweit zur Auswahl stehender Aktien gestaltet sich bei dieser Form des Stock Picking und Value Investing dabei zumeist sehr zeitaufwändig. Potentielle Investoren stehen weiterhin vor der Frage, welche fundamentalen Kennzahlen aus der Bilanz betrachtet werden sollen und wie diese gegebenenfalls untereinander gewichtet werden können. Um diese Einschränkungen zu umgehen, wenden sich viele Privatanleger an professionelle Bankberater oder Fondsanbieter und bezahlen deren Service mit teilweise hohen Gebühren. Dies wiederum reduziert die Rendite einer Investition.

Genau an diesen Punkten setzen automatisierte Scoring-Modelle an.

Die Finanzoo GmbH wählt dabei einen streng datenbasierten Ansatz. Zunächst werden die relevanten Kennzahlen aus Unternehmensbilanzen in die eigene Datenbank eingelesen. Danach erfolgt die Berechnung von Punktwerten für die einzelnen oben genannten Kriterien. Dabei wird das jeweils tagesaktuelle Kursniveau der analysierten Aktien berücksichtigt. Die Addition der sechs einzelnen Punktwerte ergibt den sogenannten FScore. Maximal kann der FScore für eine Aktie 100 Punkte erreichen. Nutzer können auf www.finanzoo.de derzeit ca. 1.000 Aktien analysieren und anhand unterschiedlicher Filter vergleichen.

Somit können mit Hilfe eines automatisierten Scoring-Modells einige der weiter oben aufgezeigten Schwierigkeiten der fundamentalen Aktienanalyse reduziert oder ganz beseitigt werden.

Scoring-Modell Hilfe

Neben einer signifikanten Zeitersparnis werden die gewählten Kennzahlen sinnvoll miteinander in Bezug gesetzt. Daraus resultiert weiterhin, dass einzelnen Unternehmen anhand eines verbindlichen Kriteriums - hier dem FScore - verglichen werden können. Im Sinne eines nachhaltigen Stock Picking können unterbewertete Aktien somit selektiert werden, um sie anschließend einer weiteren detaillierten Analyse zu unterziehen.

Einschränkend muss erwähnt werden, dass diese Form der Analyse eine rein historische Betrachtung darstellt, da jede ausgewertete Bilanz sich immer auf Kennzahlen aus der Vergangenheit bezieht. Auch finden relevante Sondereffekte (Skandale, Umsatzeinbrüche, Unfälle) kaum Beachtung und gehen lediglich über die Kursentwicklung der Aktie in den FScore ein. Im Sinne einer dreistufigen Fundamentalanalyse ist anzumerken, dass bei Scoring-Modellen dieser Art ausschließlich die dritte Stufe - die Mikroebene - betrachtet wird.

Dennoch: Automatisierte Scoring-Modelle können gerade privaten Anlegern eine fundamentale Analyse bieten, die sonst aufgrund zeitlicher Einschränkungen in diesem Umfang kaum möglich wäre. Die Vorauswahl geeigneter Investitionen wird erleichtert und verkürzt. Auch hilft diese Form regelgebundener Investitionen vielen Privatanlegern dabei, eine gewisse Unabhängigkeit von institutionellen Anlegern zu erlangen und Kosten zu reduzieren. Eigene Einschätzungen können schnell und einfach anhand fundamentaler Kriterien überprüft werden.

Autor:

Stefan Schöffel (Jahrgang 1977) ist Diplom-Volkswirt (Universität Bayreuth) und Mitbegründer der Finanzoo GmbH.

 

 

 

 

Mehr Informationen auf:

www.finanzoo.de

Literatur:

Intelligent Investieren

(Orginal: The Intelligent Investor)

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