Die Börse: Was ist die Börse und wozu dient sie? - 5.0 out of 5 based on 5 votes

 

Was ist eigentlich die Börse, dieser sagenumwobene Platz, wo angeblich die Zukunft unserer heutigen Zivilisation mitentschieden wird? Der Ort an dem man gegen oder für etwas spielen, spekulieren, investieren kann?

Die Börse ist schon seit längerem kein fester physischer Platz mehr, sondern vielmehr ein weltweites Netzwerk, aus tausenden einzelnen Handelsräumen, die miteinander verknüpft sind – ähnlich wie das Web - allerdings reduziert auf zwei Tätigkeiten „Kaufen“ und „Verkaufen“. Die Börse ist dabei der Markt, der Treffpunkt (symbolisch), an dem Leute ihr Geld in Wertpapiere anlegen oder aus diesen wieder Geld machen können.

 
 

Auch wenn alle Märkte miteinander vernetzt sind, wählt der Anleger heutzutage meisten noch einen spezifischen Börsenplatz aus. An den grossen Plätzen wie etwa der „Deutschen Börse“ ist das Risiko minimiert, dass die Gegenpartei ihre Verpflichtungen im Geschäftsverkehr nicht nachkommt, da alle Orders innerhalb der Börse abgewickelt werden – Käufer und Verkäufer wissen nicht, mit wem sie handeln. Als Geschäftspartner tritt rechtlich nur die Börse in Erscheinung. Gleichzeitig wird die Liquidität an den grossen Plätzen gebündelt. Als Kleinanleger gibt einem das die Sicherheit (meistens) den bestmöglichen Ausführungspreis zu bekommen. Dagegen werden durch kleine Online-Broker, die intern ein börsenartiges Handeln zwischen ihren Kunden ermöglichen, die Kosten für den Anleger reduziert. Wenn diese keine Gegenpartei für die aufgegebene Order finden, werden die Aufträge aber auch an die grossen Plätze übertragen.

Die Börse funktioniert dabei als reine Marktwirtschaft, bei der die Kurse und Preise nur von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Für jede Aktie, die gekauft oder verkauft werden möchte, muss es einen Verkäufer oder Käufer geben, der diese in der gewünschten Menge und zum gewünschten Preise zur Verfügung stellt. Wenn zu einem bestimmten Kurs keiner bereit ist seine Wertpapiere zu kaufen, fällt der Kurs oder umgekehrt, wenn zu einem bestimmten Kurs keiner bereit ist seine Wertpapiere zu verkaufen, steigt der Kurs.

Verschiedene Ursachen können die Nachfrage (Kaufinteresse) und das Angebot (Verkaufsinteresse) beeinflussen. Langfristig sind diese Ursachen nach meiner Meinung fundamentale Gründe, kurzfristig spielt aber auch die Gier und die Angst (Psychologie) an der Börse eine grosse Rolle. Je nachdem in welcher Laune sich die Börse gerade befindet, können Wertpapiere auf fundamentale Nachrichten wie Gewinne, Aussichten, Entwicklungen, Erfindungen oder Entdeckungen von den jeweiligen Unternehmen sowie das Umfeld indem sich die Wirtschaft gerade befindet, entweder stark ansteigen oder eben auch einstürzen.

Als Value-Investor liegt die wichtigste Aufgabe darin starke Nerven und Durchhaltekraft zu besitzten, um sich nicht der Psychologie der Börse zu unterwerfen. Als Value-Investor sollte man nicht davon träumen über Nacht zum Millionär zu werden, es ist jedoch möglich mit harter Arbeit und sehr viel Einsatz und Geduld. Wenn man sich an diese Regeln hält, wird man langfristig und seriös zu den Gewinnern zählen.

 
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  • Value Investing ist sicherlich ein interessanter Ansatz, aber eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie mit passiven, weltweit anlegenden ETFs ist auch nicht zu verachten. Vor allem kann man mit einem Sparplan regelmäßig ETFs kaufen und das sehr kostengünstig. Viele Direktbanken haben Sparpläne im Angebot, wo 100 Prozent des Sparbeitrags in die Geldanlage fließen. Dort kann man ETF-Anteile also ganz ohne Kosten erwerben. Und der MSCI World Index zum Beispiel hat in den letzten 44 Jahren im Schnitt 7,4 Prozent Rendite pro Jahr gemacht, was ich nicht schlecht finde. Kaufen und lange halten: Ein guter Ansatz, um unnötige Kosten zu vermeiden, die bloß die Rendite schmälern.

  • Bis jetzt habe ich mich mit dem Thema ETFs beschäftigt, weil sie pflegeleicht sind und man muss es ein bis zweimal im Jahr anpassen. Bis jetzt bin ich mit der Buy and Hold Strategie gut gefahren. Value Investing ist sicherlich auch interessant.

  • Der Artikel erklärt sehr schön die Grundfeste der modernen Börsenwelt.

    Ich denke, auch wenn ETF's viele Vorteile haben, ist das Timing für eine richtig gute Investition am AKtienmarkt dennoch wichtig. Wer im Bereich von Allzeithochs mit dem Investieren startet, beraubt sich selbst wesentlich besserer Renditen.

    Ähnlich wie Buffett es mit seinen Juwelen macht, muss ein cleverer Investor auch viel Geduld haben, bis sein marktbreites AKtieninvestment zu ansehnlichen Preisen zu erwerben ist.

    Ein Fondssparplan ist in meinen Augen nur ein Vehikel für den Durschnittsinvestor. Er fährt damit wahrscheinlich besser, als wenn er zu einer eigenen punktuellen Kaufentscheidung und Verkaufentscheidung kommt, aber deutlich schlechter, als jemand der wirklich weiss was er zu tun hat.

    Welcher Ottonormalo - selbst wenn er genug Geduld hat auf gute Preise zu warten - bringt dann noch den Mut auf, Aktien zu kaufen, wenn ihm sein ganzes vertrautes Umfeld davon abrät und ihm die tolle Expertenpresse Weltuntergangsszenarien an den Kopf schmeisst, während die Kurse anscheinend ins Bodenlose taumeln?

    Diese Situationen bieten echtes Potential für gute Investments. Allerdings für Leute, die nicht wirklich Expertise besitzen, nur nutzbar über marktbreite ETF's und nicht über den kauf von Einzelaktien. Hier liegt der Riesenvorteil von ETF's. Früher hatte der Endkunde diese Möglichkeiten nicht wirklich, so günstig und einfach marktbreit und unabhängig zu agieren.

    Beste Beispiel: Als letzten Sommer VW einbrach, haben viele Privatleute nach deutlichen Kursrückgängen sofort zugegriffen. Sie haben nicht gecheckt, dass diese Aktie aus guten Gründen eingebrochen ist. Sie dachten einfach, die ist jetzt billig zu haben. Dieses Experiment kann sich zwar noch als halb so wild rausstellen, aber dennoch zeigt es, wie gefährlich es für Privatleute mit Halbwissen an der Börse sein kann.

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