Warnung vor der BizNet Class und Questra World! - 5.0 out of 5 based on 7 votes

Am Donnerstag wurde ich über Facebook von einem gewissen Daniel J. angeschrieben. Dieser hat mich für die BizNet Class (hier Videos) umworben, welche von einem Sven F.  initiiert wurde. Die BizNet Class ist ein klassisches Schneeballsystem bzw. ein Ponzi Scheme. Sie steht in Verbindung zu der Questra World respektive der Questra Holding. Es werden 20-30% Rendite pro Monat versprochen und dass sich die Rendite erhöht, umso mehr „Mitglieder“ man wirbt. Allerdings konnte mir keiner aus der BizNet Class Gemeinschaft die einfache Frage: „Wie verdient ihr Geld?“ beantworten.

Ich bin nicht der Erste, der davor warnt. Neben einigen Anwälten und Homepages, warnen auch mehreren Finanzaufsichtsbehörden (z.B. Belgien oder Österreich) vor der BizNet Class.

 
  

Für mich als Finanzanalyst ist es natürlich sehr unterhaltsam sich mit solchen "Investmentangeboten" zu beschäftigen. Die Argumentation der Bespielvideos (ich spreche hier in erster Linie von denen aus dem geschlossenen Bereich) startet normalerweise damit, dass die Unternehmen aus Kap Verden operieren, damit die Anonymität der Investoren gewahrt wird. Dabei unterläuft den Initiatoren der erste Fehler: zwar kann man über Offshore-Gesellschaften die Anonymität der Investoren wahren, gleichzeitig muss aber der Geldfluss bis zur Offshore-Gesellschaft (in diesem Fall soll die Offshore-Gesellschaft die Questra World sein) verfolgbar sein. Die Questra World muss also als Händler oder Investor für Forex, Krypotwährungen, Gold und Firmenbeteiligungen auftreten. Überraschung vorweg, tut sie nicht! Es gibt keine offizielle, legale Einträge bei irgendeiner Firma. Die Questra bzw. mit ihr die Mitglieder der Biznet Class besitzt also nichts und handelt auch an keinem offiziellen Marktplatz. Dabei soll die Firma > 500 Mio. USD Vermögen haben.

Ein konkretes Beispiel, in welches investiert wurde, wird dann doch genannt: die TACV (Kap Verden Airlines). Nach meiner Recherche ist das Unternehmen zu 100% im Staatsbesitz. Allerdings ist dieses Beispiel dahingehend gut gewählt, da wie ich eingangs schon gesagt habe, die Investoren von Firmen, die in Kap Verde eingetragen sind, schwer herauszufinden sind.

Die meiste Zeit verwenden die Redner bei den Präsentationen aber auf die Gewinnbeteiligung und wie unglaublich schnell man reich werden kann. Hier kann man verschieden Level erreichen von „White“ mit einem Investment von 90,- EUR und einer Rendite von 17,3% pro Monat bis „Black“ mit einem Investment von 21.870,- EUR und einer Rendite von 26,0% pro Monat bzw. nach einem Spannungsbogen in der Präsentation geht es weiter mit „Indigo“, „Vip“ und „Vip Gold“ für schlappe 250.000,- EUR und 28,0% Rendite pro Monat.

Aber es wird noch schöner: Man kann diese Rendite noch steigern indem man neue Mitglieder wirbt. Anders ausgedrückt, den Schneeball ins Rollen bringt. Dafür bekommt man Boni in Höhe des von den neuen Mitgliedern/direkte Partner eingezahlten Geldes. D.h. selbst wenn dies kein Schneeballsystem ist (ist es!), wird nicht einmal der gesamte Betrag investiert, sondern ein Teil davon direkt an die Werber ausgeschüttet. Bei einer Investitionssumme der Partner von 3 Mio. EUR immerhin 14,5% + 150.000,- EUR oder anders ausgedrückt, fast 20% der zu investierenden Summe. Diese Geld kann selbst unter der Annahme, dass die Angaben der BizNet Class richtig sind, gar nicht investiert werden und auf die Gesamtsumme solle es dann trotzdem noch fast 30% Rendite pro Monat geben. Aber wie gesagt, wir haben es hier mit einem Schneeballsystem zu tun, man könnte auch jeden anderen Betrag versprechen.

Für alle diejenigen, die jetzt immer noch nicht sehen, dass dies ein Schneeballsystem ist, stellt euch bitte folgende Fragen:

Wer erwirtschaftet das Geld? Selbst wenn Questra World und die BizNet Class tatsächlich in Unternehmen investieren (tun sie nicht), wie hoch sind die Rendite bei Unternehmen, warum sollen Investoren langfristig das 10-fache verdienen?

Wenn ich 10.000 EUR investiere, wo bin ich in 5 Jahren? Dafür gibt es zum Glück von Questra auch einen Link. Läppische 7,38 Mrd. EUR. Realistisch?

Hier noch ein klasse Video von John Oliver zu einem nahestehenden Thema. Mal sehen, ob ihr die Ähnlichkeiten ausmachen könnt.

 

 

 

 
 

 

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